Ein glitzernder Tausch-Tag
(Eine glitzerkleine Geschichte)
Die Eule Eulula sammelte einmal Herzsteine. Einfach so, warum auch nicht.
Beim Tee fragte ihre Freundin, die Elster Erika: „Hast du auch welche, die glitzern?“
Eulula drehte den Kopf hin und her. Bei Eulen heißt das leider nein.
„Oh“, krächzte Erika, „Dann ist deine Sammlung nicht komplett.“
Sie flog davon und kam zurück, mit dem schönsten Herz-Glitzer-Stein, den sie in ihrem Nest gefunden hatte.
Den schenkte sie Eulula.
Darüber freute sich diese so sehr, dass sie Erika spontan eine Gabel mit Glitzergriff dafür schenkte.
Die hatte sie von ihrer Uhu-Tante Ulla geschenkt bekommen, für besondere Anlässe.
Und das hier war ganz bestimmt einer.
Erika war entzückt und drehte die Gabel in der Sonne hin und her.
Sie war wirklich schön.
„Nur was mach ich jetzt damit?“, fragte sie sich.
Elstern essen ja mit dem Schnabel und nicht mit Besteck. Da kam ihr eine Idee.
Geschwind flog sie, mit der Gabel im Schnabel, zu dem kleinen italienischen Restaurant um die Ecke.
Sie wartete, bis eine freundliche Kellnerin vorbeikam, hüpfte dann auf einen leeren Tisch und klimperte lautstark mit der Gabel herum.
Die Frau kam näher und machte große Augen.
„Oh“, sagte sie, „Das ist ja ein besonders schönes Stück“.
Die Elster krächzte zustimmend.
„Was hältst du davon, wenn wir tauschen?“, fragte die Kellnerin, „Ich gebe dir einen großen Teller Spaghetti mit Fleischbällchen dafür.“
Da leuchteten Erikas Augen auf.
Heller und strahlender, als alle Glitzersteine dieser Erde zusammen.
Und glücklich krächzte sie: „Was für ein wundervoller, glitzernder Tag, zum tauschen.“
2024, Anna Voge